21. Februar 2020

Güterwagen-Innovation in Europa

Der folgende Artikel ist der Beitrag von PROSE für den kommenden SWISSRAIL Express - ein vierteljährlich erscheinendes Printmagazin. 

 

Disruptive Innovationen machen auch vor Güterwagen nicht halt. Überall in Europa entwickeln Güterwagen-Bahnbetreiber neue Güterwagenkonzepte, um der erdrückenden Konkurrenz von der Strasse die Stirn bieten zu können. Nicht nur die DB CARGO in Deutschland, die RCA in Österreich und die SBB CARGO in der Schweiz führen eine neue Wagenkonstruktion (vulgo Systemwagen) aus einem Tragwagen (Unterbau) und einem anwendungsorientierten, flexiblen Oberbau ein. Auch grosse Logistikkunden entkoppeln den Oberbau vom Bahnwagen, um ihre Firmen-interne Logistik nahtlos integrieren zu können. Der Oberbau entfernt sich somit aus der reinen Bahnapplikation und wird nicht mehr zusammen mit dem Bahnwagen zugelassen, sondern flexibel und saisonal oder nach Kundenbedürfnissen getauscht. Mit Grund für die Trennung von Ober- und Unterbau ist die Erkenntnis, dass der Spagat der Innovationszyklen zwischen Eisenbahnbranche (Unterbau) und Warenlogistik-Industrie (Oberbau) zunehmend divergiert und damit die Wettbewerbsfähigkeit von Logistiklösungen durch die Über-Regulierung in der Bahnbranche erstickt wird. 

 

In der heutigen Welt des Wagenladungsverkehrs verkehren jedoch nur traditionelle Bahnwagen, in denen Ober- und Unterbau verschmolzen sind und das Typenschild des Wagens die Tara des Gesamtwagens beinhaltet, damit der Kunde und unsere Produktionsmitarbeiter in der Fläche wissen, wie viel die Zuladung betragen soll. 

 

Da die Güterwagenbetreiber nun den Oberbau nicht mehr als Teil des Wagens zulassen wollen, wird der Oberbau dadurch zum Ladegut. Somit müssen die Kunden und Produktionsmitarbeiter das Gewicht des Oberbaus zum Unterbau addieren, um zu erkennen, wie viel Zuladung möglich wird. Dies ist in der Warenlogistik-Branche nicht zumutbar, ist zu fehleranfällig in der Interlogistik, im grenzüberschreitenden Verkehr nicht zugelassen und damit nicht umsetzbar. Des Weiteren muss die Logistik-Disposition jederzeit in der Lage sein, den Wagentyp zu erkennen, was in der vorgelegenen Betriebsumsetzung (z. B. IT-Systeme) nicht möglich ist. 

 

Güterwagenbetreiber sind deshalb auf der Suche nach einer neuen Lösung, um nicht das neue Konstrukt in die alte Welt zu überführen (Zulassung Ober- und Unterbau wieder als Wagen) zu müssen, oder eine höhere Komplexität für den Kunden und internationale Verkehre zu schaffen. 

 

PROSE etablierte unter regem Austausch mit allen Europäischen Güterwagenbetreibern einen Best Practice für die betriebliche Einführung eines Systemgüterwagens. Die Konzeptphase lotet unter Einbezug des Betreiber-internen Teams und der externen Benchmarks entlang der Güterwagen-Wertschöpfungskette die Freiheitsgrade des existierenden Betriebs in Bezug auf die neue Systemwagenlösung (geteilter Unter- und Oberbau) aus und etabliert daraus drei Lösungsszenarien. 

 

Die Implementierungsphase bewertet die drei Lösungsszenarien mit interdisziplinären Teams nicht nur qualitativ, sondern auch quantitativ hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf den Betrieb und bietet somit die Grundlage für eine Business-Case-Betrachtung und in weiterer Folge eine quantitative Gegenüberstellung der einzelnen Lösungsszenarien, was wiederum die Basis für die Erstellung einer Implementierungsplanung und die Voraussetzungen für die Implementierung schafft, inklusive der Anpassungen in den IT-Systemen. 

 

PROSE orchestriert diese Aufgabe mit Unterstützung eines Güterwagen-Betreiber internen, interdisziplinären Teams aus Technik, Vertrieb, Produktion und Informatik. Es erfolgt eine detaillierte Planung der Betreiber-Ressourcen in den ersten Wochen des Projekts, eine sehr selbstständige und eigenverantwortliche Bearbeitung der Projektinhalte (methodisch wie auch fachlich), eine professionelle Methodik zur Definition von geeigneten, überschaubaren Arbeitspaketen (Scope, Abgrenzung, erwartetes Ergebnis) und eine transparente und nachvollziehbare Dokumentation der Lieferobjekte.

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