24. Mai 2017

PROSE prüft die Machbarkeit für die europaweit erste autonom fahrende Bahn im offenen Gelände

Seit 1880 verkehrt das „Waldenburgerli“ zuverlässig zwischen Liestal und Waldenburg im Kanton Basel. Jetzt wird die Traditionsbahn zum Pionierprojekt, das den Standort Schweiz zum Vorreiter in der Spitzenbahntechnologie machen könnte: mit der europaweit ersten automatisch gesteuerten Bahn im offenen Gelände. Eine hochkomplexe Fragestellung und absolutes Neuland für alle Beteiligten. Und PROSE ist mittendrin – im Auftrag der BLT Baselland Transport AG liefert sie mit einer umfangreichen Machbarkeitsstudie die Grundlagen für eine nachfolgende Entscheidung.

Ursprünglich wollten Bund und SBB den Bahnhof Liestal mit dem Ausbau auf vier Gleise und der Anpassung der Infrastruktur an die Neuzeit nur etwas modernisieren. Das Vorhaben löste bei der BLT aber ein Grossprojekt aus, das neben der Umspurung der Waldenburgerbahn von 750 auf 1000 mm bis ins Jahr 2022 einen Komplettersatz des Rollmaterials, eine neue Signalisierung sowie die Erneuerungen aller Bahnhöfe und Haltestellen umfasst. „Wenn schon, dann richtig“, dachten sich die Verantwortlichen der BLT und warten nicht auf die Zukunft, sondern gestalten sie selber: Es soll überprüft werden, wie das „Waldenburgerli“ zukünftig autonom durch das Frenkental fahren kann. Dies wäre nicht nur ein Sprung in die Zukunft, sondern das Einläuten einer neuen Epoche.

Die Verantwortlichen sind sich sicher: Die meisten Fragen, die sich in diesem Prozess stellen werden, sind heute noch nicht einmal bekannt. Wie sieht es mit der Sicherheit aus, gerade in der Konfliktzone Haltestelle? Lassen sich die Erfolge der automobilen Sensortechnik auf die Bahntechnik übertragen? Wie können sämtliche Komponenten zu einem integrierten System für die Bahn zusammengeführt werden? Und wäre dann ein solches System überhaupt zulassungsfähig? Dies sind nur einige der komplexen – aber immerhin bekannten – Fragen, die noch zu klären sind. Und PROSE nimmt diese Herausforderung an.

In einem ersten Schritt der Machbarkeitsstudie analysiert PROSE die Infrastruktur der Waldenburgerbahn vor Ort, identifiziert anhand bestehender Systeme die technischen Lösungen vollautomatisierter U-Bahnen und untersucht den technischen sowie sensorischen Status Quo der Automobilbranche im Bereich des autonomen Fahrens. In einem zweiten Schritt werden die normativen, technologischen und sicherheitstechnischen Aspekte durchleuchtet. Das Ziel: eine konkrete Handlungsempfehlung samt Umsetzungsstrategien, die das „Waldenburgerli“ zum Zukunfts-Express macht.

„Engineering tomorrow’s mobility“ – für PROSE bietet dieses Projekt einmal mehr die Gelegenheit, ihren Claim mit Leben zu füllen.

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